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Der Weg zur Netto-Null

Von Computern bis zu Reifen, von der Mode bis zum Öl - eine Vielzahl Unternehmen aus ganz unterschiedlichen Branchen verpflichtet sich, ehrgeizige Ziele der Kohlen-stoff-Neutralität zu erreichen. Doch die Herausforderung, diese Versprechen zu erfül-len, ist immens. Die Firmen müssen daher präzise festlegen, was sie in der Praxis bedeuten - bevor die Regierungen für sie entscheiden

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Der Weg zur Netto-Null

Weltweit zeichnet sich ein Konsens hinsichtlich der Ziele der sogenannten Kohlen-stoff-Neutralität ab. Das ist der Punkt, an dem eine bestimmte Organisation oder Gemeinschaft (das kann ein ganzes Land sein) bei all ihren Aktivitäten keine Kohlen-stoff-Emissionen mehr verursacht.

Zahlreiche politische Entscheidungsträger haben sich auf ein Zieldatum verständigt, nämlich auf das Jahr 2050. Einige wenige wollen das Ziel früher erreichen: Schwe-den strebt 2045 an, Österreich 2040 und Finnland 2035. Die meisten großen Volks-wirtschaften jedoch einigten sich auf 2050. China, das sich erst spät zu Wort melde-te, gibt 2060 als Zieltermin an.

Diese politischen Ziele wirken sich zunehmend auf den Geschäftsalltag aus. Viele große Unternehmen sind bereits damit befasst, die Zielvorgaben zu überbieten, in-dem sie frühere Fristen zur Kohlenstoff-Neutralität festlegen oder eine Kombination aus Neutralität und weiteren spektakulären Verpflichtungen verkünden. Doch inmitten einer Kakophonie aus Behauptungen und Gegenbehauptungen zu Nachhaltigkeit, Klimaneutralität und Klimaverantwortung herrscht Unklarheit darüber, was die Klima-ziele der Unternehmen tatsächlich bedeuten: Welche Teile der Wertschöpfungskette sind betroffen, was gilt als Emissionsminderung und wie lässt sich dies alles mes-sen?

Ehrgeizige Ziele

Es ist klar, dass die Geschäftswelt versucht, dem Klimawandel einen Schritt voraus zu sein - und das ist gut so. Es ist für Unternehmen sinnvoll, frühzeitig zu handeln, anstatt sich von der Politik Veränderungen aufzwingen zu lassen.

Amazon hat versprochen, bis 2040 klimaneutral zu sein. Der Konsumgüterriese Unilever hat sich verpflichtet, dieses Ziel im Jahr 2039 erreicht zu haben. Der viel-leicht ehrgeizigste Schritt ist die Verpflichtung von Microsoft, bis 2030 "kohlenstoff-negativ" zu sein (was bedeutet, der Atmosphäre mehr Kohlenstoff zu entziehen als ihr zuzuführen) und bis 2050 bezüglich des gesamten 75-jährigen Bestehens des Unternehmens kohlenstoffneutral zu sein.

Es gibt eine Vielzahl von Indizes und Zertifizierungen, welche die Klimapolitik bewer-ten. Einige Unternehmen - darunter auch Pirelli - halten sich an die Science Based Targets Initiative, die verschiedene Emissionsziele einschließlich der Klimaneutralität validiert. Außerdem gibt es das Carbon Neutral Protocol von Natural Capital Part-ners, die Standards der British Standards Institution sowie die Markenzertifizierungen der Organisation Climate Neutral.

Klare Definitionen

Doch trotz der wichtigen Arbeit, die geleistet wird, um einen abgestimmten Rahmen für das Festlegen und Messen der Klimapolitik von Unternehmen zu entwickeln: Durchschnittsbürger würden wahrscheinlich immer noch Schwierigkeiten haben, an-zugeben, wie Null-Emissionen oder Klimaneutralität zu definieren sind.

Enthält der Begriff „Emissionen“ alles, was ein Unternehmen tut? Enthält er alles, was seine Zulieferer tun? Beinhaltet der Begriff auch Kohlenstoff-Kompensationen? Und falls ja, welche Art?

Wenn ein Flughafenkonzern Klimaneutralität für sich in Anspruch nimmt, berücksich-tigt das dann auch den Kohlenstoffausstoß der Fluggesellschaften, die er bedient? Wenn ein Energie-Unternehmen Null-Emissionen anstrebt, gilt das dann auch für all das, was mit dem geförderten Öl passiert, oder lediglich für die Art und Weise, wie das Öl gefördert wird? Was ist mit dem Ausstoß anderer Gase wie Methan, Distick-stoffoxid und Fluorkohlenstoffgasen, die laut der UN im höheren Maße für die Er-wärmung des Klimas verantwortlich sind als CO2?

Wo Unklarheit herrscht, wird auch Uneinigkeit herrschen. Kein Wunder, dass einige Unternehmen bereits in Schwierigkeiten geraten sind, weil sie unbegründete Behaup-tungen aufgestellt haben.

Die Rüge von einer Aufsichtsbehörde ist eine Sache. Dass eine Regierung den Un-ternehmen vorschreibt, wie sie zu arbeiten haben, eine ganz andere und etwas, das die meisten Unternehmen vermeiden möchten. Der Weg, dem vorzubeugen (und höchstwahrscheinlich schneller zur Netto-Null zu kommen), besteht darin, so klar und transparent wie möglich darzustellen, was genau Ihre unternehmerischen Verpflich-tungen bedeuten.

Auf diese Weise wird die Luft viel sauberer und der zu verfolgende Weg viel klarer sein

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