Das neue Jahr im Blick - was wünschen sich Reifenhändler?

Die Vorweihnachtszeit ist die Zeit des Wünschens. In einer Blitzumfrage unter Reifenhändlern wollten die Paddock News wissen: Was wünschen Sie sich für 2020 von der Politik, der Autoindustrie und den Reifenherstellern?

Wünsche an die Politik

Peter Lüdorf, Geschäftsführer Gummi Berger Hans Berger KG. Bildrechte: Gummi Berger

Peter Lüdorf, Geschäftsführer Gummi Berger Hans Berger KG, Gummersbach, würde sich über „Unterstützung bei der Gewinnung ausländischer Fachkräfte, auch aus dem nicht EU-Ausland“ freuen. Zwar wird das im März 2020 in Kraft tretende Fachkräfteeinwanderungsgesetz es künftig Fachkräften aus Drittstaaten ermöglichen, nach Deutschland zu kommen und hier zu arbeiten. „Doch es bleibt abzuwarten, ob die zu erfüllenden Voraussetzungen praxistauglich sind.“ So müssen Bewerber aus Nicht-EU-Mitgliedsstaaten neben einer staatlich anerkannten Berufsqualifikation auch über eine nachweisbare Jobzusage verfügen. Zudem wünscht Peter Lüdorf sich mehr „Technikoffenheit bei der Suche nach alternativen Antrieben für Kraftfahrzeuge“.

Weitere Wünsche von Händlern betreffen den Bürokratie-Abbau. So wäre es sehr kostensparend, wenn steuerlich wichtige Aufzeichnungen nicht mehr zehn, sondern nur noch fünf Jahre aufbewahrt werden müssten, nennt ein niedersächsischer Unternehmer ein Beispiel. Ein Kollege aus Bayern würde sich freuen, wenn die Politik dafür sorgen würde, dass die Akzeptanz des EU Reifenlabels bei den Endverbrauchern steigt. Dafür wären aber endlich systematische Kontrollen der Angaben auf dem Label erforderlich.

Florian Glatt, Geschäftsführer der ReifenGlatt GmbH. Bildrechte: ReifenGlatt

Florian Glatt, Geschäftsführer der ReifenGlatt GmbH in Lörrach, würde Politikern gern eine lange Wunschliste präsentieren. Darauf steht, dass „sie das Gesundheitssystem verbessern und dafür sorgen, dass Krankenschwestern besser bezahlt werden. Zudem sollten sie die Altersarmut stärker bekämpfen, mehr positive Stimmung im Land verbreiten und die Leute wieder für mehr Ehrgeiz und Erfolg begeistern. Zudem müsste das Schulsystem erneuert, mehr Lehrer eingestellt und viele Schulgebäude saniert werden. Bei uns in Lörrach wurde vor kurzem eine Schule von der Rektorin geschlossen, weil Ziegel vom Dach fallen. Zudem ist das Dach der Turnhalle einsturzgefährdet. Meine Tochter geht dort in die 3 Klasse. Doch der Oberbürgermeister sagt, die Stadt habe kein Geld für die Sanierung“.

Stefan Meisen, Geschäftsführer der Reifen und Räder Store GmbH, Solingen. Bildrechte: Uli Preuss

Drei Bitten an die Politiker hat Stefan Meisen, Geschäftsführer der Reifen und Räder Store GmbH, Solingen: „Umweltprobleme angehen, und zwar sofort. Bezahlbare Wohnungen schaffen. Und das Ausbildungssystem endlich auf den notwendigen Stand bringen“.

Wünsche an die Automobilindustrie

Die Wünsche der Reifenhersteller an die Automobilhersteller haben einen klaren Schwerpunkt im Bereich Kommunikation: So plädiert Florian Glatt für „mehr Transparenz in allen Punkten.“ Während er insbesondere auf „eine bessere Öffentlichkeitsarbeit für die Verbraucher sowie mehr und bessere Informationen für den Autoservice in den Werkstätten“ drängt, würde Peter Lüdorf sich über „einen ehrlicheren und selbstkritischeren Umgang mit der Dieselaffäre und echte Lösungen für die Kunden“ wünschen, „insbesondere im Falle einer erforderlichen Hardware-Nachrüstung.“ Kurz und knapp formuliert Stefan Meisen seinen Wunsch an die Autoindustrie: „Setzt endlich die richtigen Lösungen um – sofort!“

Wünsche an die Reifenhersteller

Mit welchen Maßnahmen können die Reifenhersteller die Zufriedenheit der Reifenhändler steigern? Stefan Meisen und Peter Lüdorf haben eine „Zusammenarbeit auf Augenhöhe“ auf dem Wunschzettel. Zudem fügt der Gummersbacher Reifenfachhändler noch das „Sorgen für mehr Preisstabilität sowie eine bessere Abstimmung der Lieferkette anstelle immer höherer Bevorratungsforderungen“ an. Florian Glatt würde sich über eine „bessere Preistransparenz in den Onlinebestellplattformen“ freuen, aber auch über „noch mehr technische Unterstützung für den Werkstattbereich.“ Zudem hofft er auf ein „einfacheres Reklamationsverfahren, online und im Bearbeitungsverlauf. Das würde die Kommunikation mit Kunden vereinfachen“.