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Küstenstraßen: Fünf Motorradtouren mit Genussgarantie

Von Italien bis Kalifornien, von Frankreich über Australien bis nach Norwegen: Diese Traumstraßen mit Meerblick begeistern Motorradfahrer und tauchen immer wieder als Kulissen großer Kinofilme auf

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Sommer: Zeit für Reisen, das Meer und Motorräder. Eine Fahrt auf einer spektakulären Küstenstraße, hinter jeder Kurve ein neuer Horizont, der die Sinne fesselt. Hier präsentieren wir fünf der beeindruckendsten Routen der Welt: die Amalfiküste, den California Highway 1, die Grande Corniche, die Great Ocean Road und die norwegische Atlantikstraße. Straßen, die nicht nur Traumziele für jeden Motorradfahrer sind, sondern auch die Filmwelt inspirierten – Schauplätze für Verfolgungsjagden, Abenteuer und unvergessliche Klassiker. Ein Grund mehr, den Motor zu starten, aufzubrechen und eine Reise zu genießen, bei der jede Kurve Sie zum Hauptdarsteller macht.

Amalfiküste (Italien)

Die Amalfiküste in Italien fasziniert mit ihrer einzigartigen Schönheit. Eine anspruchsvolle Tour beginnt idealerweise in Neapel, einer Stadt, die allein schon einen ausführlichen Besuch wert ist. Von dort führt der Weg zu den archäologischen Stätten am Vesuv, allen voran Pompeji – eine der bedeutendsten und am besten erhaltenen Ausgrabungen der Welt. Über die SS145 erreicht man Sorrent, den perfekten Ausgangspunkt für eine Reise entlang einer der spektakulärsten Küstenstraßen der Welt. Die Amalfiküste, mit ihren malerischen Dörfern und ihrer unvergleichlichen Landschaft, gehört nicht ohne Grund zum UNESCO-Weltkulturerbe. Die SS163, der berühmteste Abschnitt der Küstenstraße, erstreckt sich über 50 Kilometer zwischen Positano und Vietri sul Mare. Sie schlängelt sich zwischen den steilen Felswänden der Monti Lattari und dem tiefblauen Tyrrhenischen Meer hindurch. Eine endlose Folge von Kurven und Haarnadelbiegungen macht diese Strecke zu einem Paradies für Motorradfahrer.

Doch das Fahren verlangt Aufmerksamkeit: Die Fahrbahn ist schmal und ist im Sommer stark befahren. Die Straße öffnet den Blick aufs Meer, an jeder Kurve warten spektakuläre Aussichten. Deshalb eignet sie sich eher für Genießer als für sportliche Fahrer. Entlang der Strecke laden die Dörfer zum Verweilen ein – ein Muss: Positano taucht mit seinen pastellfarbenen Häusern plötzlich auf; Amalfi, Namensgeberin der Küste, einst eine der vier Seerepubliken, beeindruckt mit ihrem markanten Profil und der prächtigen Kathedrale; Ravello, einen kleinen Abstecher von der Hauptstraße entfernt, belohnt mit einem atemberaubenden Blick von oben.

Der Film: The Equalizer 3
Kein Wunder, dass die Amalfiküste oft als Drehort für internationale Produktionen dient. Einer der herausragendsten Filme ist „The Equalizer 3“ (2023) mit Denzel Washington in der Hauptrolle. Der Film entstand größtenteils an der Amalfiküste, unter anderem in Amalfi, Atrani, Minori und Ravello. Die spektakulären Straßen, die zwischen Meer und Bergen verlaufen, und die typischen Küstendörfer bilden die Kulisse für viele Szenen.

California Highway 1 (Vereinigte Staaten)

Der California Highway 1 scheint endlos: 655 Meilen (über 1.000 Kilometer) schlängeln sich meist entlang des Pazifiks, von Dana Point südlich von Los Angeles bis nach Leggett im Land der Riesenmammutbäume im Norden Kaliforniens. Mit dem Motorrad braucht man zwei bis drei Tage für die gesamte Strecke – je nach Tempo und Pausen in den Küstenorten Südkaliforniens: Newport Beach, Huntington Beach, Long Beach, Santa Monica und Malibu. Die CA-1 zieht in ihren Bann, weil sie fast durchgehend am Ozean entlangführt. Hoch aufragende Klippen, endlose Strände, Megastädte und kleine Häfen wechseln sich ab – ein Panorama, das Kaliforniens maritime Seele einfängt. Der spektakulärste Abschnitt ist Big Sur, der „Große Süden“: 150 Kilometer zwischen Ragged Point und Carmel. Hier wird die Straße zur Herausforderung. Der Bau war ein mühseliges Unterfangen, um das Asphaltband zwischen dem weiten Ozean und den steilen Santa-Lucia-Bergen zu spannen. Die Kurven folgen einem natürlichen Rhythmus, wechseln zwischen schnellen Richtungswechseln und weiten Panoramaschleifen. Doch wer entspannt fährt, genießt die Landschaft umso mehr: das Meer, das tief unten gegen die Felsen brandet, und die Hänge, bewachsen mit Eichen, Kiefern und Chaparral, der typischen Vegetation der kalifornischen Küste.

Jede Kurve eröffnet neue Ausblicke. Aussichtspunkte laden ein, sicher anzuhalten, den Pazifik zu bewundern und die berühmte Bixby-Creek-Brücke zu fotografieren – das Wahrzeichen von Big Sur. Die Überquerung dieser Brücke gehört zu den unvergesslichen Momenten der Reise.

Der Film: „Basic Instinct“
Der California Highway 1 prägte sich durch „Basic Instinct“ ins kollektive Gedächtnis ein. Südlich von San Francisco filmte man hier die berühmte Verfolgungsjagd: Sharon Stone steuerte einen Lotus Esprit und ließ Michael Douglas auf dem kurvenreichen Highway hinter sich.

Grande Corniche (Frankreich)

Die Grande Corniche verbindet Nizza mit Menton und erstreckt sich über gut 30 Kilometer. Sie bietet alles, was Motorradfahrer schätzen: weite Schwünge, enge Haarnadelkurven und Abschnitte, die mal technische Präzision, mal flüssige Geschwindigkeit verlangen. Der Asphalt bleibt dabei durchweg erstklassig – ideal für eine Fahrweise, die Präzision und Fahrfreude vereint. Dennoch gilt: Tempo anpassen, Verkehrsregeln beachten und die Sicherheit stets im Blick behalten.

Hinzu kommt die Landschaft, die die Strecke prägt: Felswände, Pinienwälder und natürliche Terrassen wechseln sich ab und bieten immer wieder neue Blicke aufs Meer. Anders als viele Küstenstraßen verläuft die Grande Corniche nicht auf Meereshöhe entlang des Meeres, sondern überragt es von oben. Von hier aus überblickt man die gesamte Silhouette der Côte d'Azur – mit ihren Buchten, Landzungen und dem Mittelmeer, das am Horizont verschwindet. Am spektakulärsten zeigt sich der Abschnitt, der sich in großer Höhe durch die Seealpen windet und bis über 500 Meter über dem Meeresspiegel ansteigt. Von dort reicht der Blick über die ganze Côte d'Azur und hinab auf das Fürstentum Monaco mit seinem berühmten Hafen und den Yachten, die dem Ort seinen exklusiven Charme verleihen. Die Grande Corniche lädt dazu ein, langsam zu fahren, den Rhythmus zu drosseln und die wechselnden Ausblicke in Ruhe zu genießen. Kein Wunder, dass sie als Kulisse für zahlreiche Filme und Werbekampagnen diente und zu einer der ikonischsten Küstenstraßen Europas wurde.

Der Film: „To Catch a Thief“
Im Film „To Catch a Thief“ (1955) machte Alfred Hitchcock die Côte d'Azur zur eleganten Bühne für Luxus, Geheimnisse und Verführung. Cary Grant und Grace Kelly flanieren durch Villen, Hotels und malerische Straßen mit Blick aufs Mittelmeer. Die Grande Corniche, hoch über Monaco, bildet den Schauplatz einer legendären Verfolgungsjagd.

Great Ocean Road (Australien)

Die Great Ocean Road ist eine außergewöhnliche Küstenstraße. Sie verläuft über 250 Kilometer entlang der Südküste des Bundesstaates Victoria und verbindet Torquay mit Allansford. Die wilde Natur prägt die Landschaft. Auf der einen Seite liegt der stürmische Südliche Ozean. Auf der anderen Seite stehen Eukalyptuswälder, Hügel und vom Wind geformte Felswände. Die Fahrt ist abwechslungsreich und spannend. Lange, geschwungene Kurven folgen dem Küstenverlauf. Dazwischen liegen technisch anspruchsvollere Abschnitte und kurze Steigungen. Zudem lädt der Straßenbelag in ausgezeichnetem Zustand zu einem flüssigen und zügigen Tempo ein.

Der spannendste Abschnitt liegt im Port-Campbell-Nationalpark. Hier schwingt sich die Straße an den Klippen empor und öffnet den Blick auf die berühmten Twelve Apostles – jene mächtigen Kalksteinfelsen, die aus dem Ozean ragen und die Wellen teilen. Danach folgen weitere Naturwunder: die Loch Ard Gorge, eine Schlucht mit kleinem Strand, den hohe Felswände umschließen; der London Arch, ein einsamer Kalksteinbogen im Meer; und The Grotto, eine Höhle, die das Meer rahmt und wie ein offenes Fenster zum Ozean wirkt. Eine Fahrt auf der Great Ocean Road vermittelt das Gefühl, am Rande der Welt zu reisen – getragen von der Kraft der wilden Natur, dem Pfeifen des Windes, dem Duft der Eukalyptusbäume und dem ständigen Wechsel zwischen Meer, Klippen und Wäldern. Jeder Kilometer überrascht aufs Neue. Die Strecke lädt nicht zum Eilen ein, sondern dazu, an den vielen Aussichtspunkten und leicht erreichbaren Parkplätzen zu halten.

Der Film: Point Break
Der Film „Point Break“ aus dem Jahr 2015 ist ein Remake des Klassikers mit Keanu Reeves und Patrick Swayze. An den Rollen ändert sich nichts. Erzählt wird die Geschichte des FBI-Agenten Johnny Utah. Er infiltriert eine Bande von Extremsportlern, die im Verdacht steht, eine Reihe spektakulärer internationaler Raubüberfälle begangen zu haben. Der Film reiht Actionszene an Actionszene. Er zeigt Surfen, Klettern, Snowboarden, Wingsuit-Fliegen und Motorradfahren. Die eindrucksvollsten Szenen spielen vor den Klippen der australischen Great Ocean Road.

Atlantikstraße (Norwegen)

Die Atlantikstraße (Atlanterhavsveien) lockt nicht mit Kurven und Haarnadelkurven für sportliche Fahrer; ihren Reiz entfaltet sie im ständigen Spiel zwischen Asphalt und Meer. Die Strecke fordert nicht durch ihre Länge: Von Kårvåg nach Bud zieht sich die Panoramastraße über 36 Kilometer, der berühmteste Abschnitt überspannt auf etwas mehr als acht Kilometern mehrere kleine Inseln mit acht Brücken, die scheinbar über dem Meer schweben – und bietet ein unvergleichliches Erlebnis. Fast immer blickt man frei bis zum Horizont, denn keine Berge säumen die Straße: Rechts und links breitet sich nur das Meer aus, in das das Asphaltband eintaucht, wieder auftaucht und wie eine berauschende Rodelbahn zum Himmel weist.

Das Wahrzeichen der Atlantikstraße ist die Storseisundet-Brücke, die sich so steil erhebt, dass die Straße scheinbar im Himmel endet. Auf dem Motorrad wirkt dieser Eindruck noch intensiver: Am Scheitelpunkt fühlt man sich, als stürze man ins Leere. Doch kaum überquert man den Gipfel, weicht die Beklemmung der Faszination, wenn der Ozean plötzlich in seiner ganzen Schönheit vor einem liegt. An klaren Tagen herrscht Stille, das tiefe Meer spiegelt den Himmel. Doch bei schlechtem Wetter zeigt die Atlantikstraße ein anderes Gesicht: Gewaltige Wellen prallen gegen die Brücken, und heftiger Seitenwind peitscht über die Fahrbahn – eine gefährliche Herausforderung für Motorradfahrer. Gerade wegen dieser Dramatik zählt sie zu den meistfotografierten Orten Norwegens. Ihre spektakuläre Kulisse hat sie weltberühmt gemacht und zu einem beliebten Schauplatz für Filme sowie Auto- und Motorradwerbung.

Der Film: „No Time to Die“
Im neuesten James-Bond-Film rast Daniel Craig über die Atlantikstraße, und natürlich fehlt auch diesmal nicht die ikonische Einstellung der Storseisundet-Brücke. Kurz darauf verlässt Bond den Asphalt, jagt über Schotterpisten und entkommt dabei Autos, Hubschraubern und Offroad-Motorrädern.

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