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Rot, Hellblau und Dunkelblau: Kultfarben des Motorsports

Ein halbes Jahrhundert Martini Racing. Ein Name, der in der Geschichte des Rallyesports stets mit der legendären Marke Lancia in Verbindung gebracht wird, der aber darüber hinaus auch in diversen weiteren Disziplinen startete, darunter die Formel 1

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Rot, Hellblau und Dunkelblau: Kultfarben des Motorsports

Ein roter Mittelstreifen, daneben auf beiden Seiten hell- und dunkelblaue Streifen. Dazu das Martini-Logo in der Mitte. Von Rallyeautos über Prototypen bis hin zu Boliden in der Formel 1. Und das allein im Automobilsport: Für Motorsportfans symbolisiert Martini Racing ein halbes Jahrhundert Leidenschaft, Rennen, Siege und legendäre Fahrer. Die berühmtesten Momente aus diesen 50 Jahren werden mit der Marke Lancia in Verbindung gebracht.

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Photo credits: Rosario Liberti (Petrolicious)

Obwohl Martini & Rossi ein italienisches Unternehmen ist, fand sein erstes Rennen 1968 auf dem Hockenheimring statt. Denn eine deutsche Tochtergesellschaft hatte beschlossen, das Logo im Rahmen eines Sponsorings auf einem Porsche 907 anzubringen. Nur zwei Jahre später fiel die Entscheidung, ein eigenes Team unter dem Namen Martini Racing zu gründen. Die ersten Siege ließen nicht lange auf sich warten. Bei den 12 Stunden von Sebring war es soweit. Dort trat das Team mit zwei Porsche 917 an. Das Modell ging in die Geschichte ein, weil es Porsche seine ersten Siege bei den 24 Stunden von Le Mans bescherte. Wieder war es ein Martini Racing Auto, diesmal gefahren von der Marko-Van Lennep Crew. 

Im selben Jahr startete die rot-blaue Marke erstmals in der Formel 1 und blieb bis 1973 in der Königsklasse. Danach kehrte Martini Racing zur Langstrecken-Weltmeisterschaft und zu Straßenrennen wie der Targa Florio zurück, die das Team 1973 gewann. Selbstverständlich kooperierte man wieder Porsche. Die Partnerschaft von Martini mit der Marke funktionierte ausgezeichnet und produzierte Siege in Serie, auch dank des Talents eines belgischen Piloten, der in die Motorsportgeschichte einging: Jackie Ickx. 

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Photo credits: Rosario Liberti (Petrolicious)

In den folgenden Jahren war Martini Racing auf verschiedenen Formel 1-Fahrzeugen zu sehen: zuerst auf dem Team Brabham von Bernie Ecclestone, dann auf dem Team Lotus von Colin Chapman.

Doch einige Enttäuschungen in der höchsten Rennklasse bewogen die Entscheider bei Martini, zu ihrer einstigen Liebe, den Langstreckenrennen, zurückzukehren. Nur diesmal nicht mit Porsche. In der zweiten Jahreshälfte 1980 kündigte Martini Racing an, Lancia zu unterstützen. Unmittelbar danach folgten die ersten Siege, unter anderem beim Giro d'Italia Automobilistico in einem Beta Montecarlo, am Steuer das Fahrer-Trio Patrese, Alén und Kivimaki. Bei der Weltmeisterschaft 1981 fuhr das Team in Kategorien wie Gruppe 6 und Gruppe C. Doch aufgrund der Dominanz von Porsche im Langstreckensport beschloss das Team den Bahnrennsport ganz aufzugeben: Was folgte, war die aufregendste und erfolgreichste Ära von Martini Racing: Immer in voller Fahrt und über die schwierigsten Terrains, hinterließen die weißen Lancia Modelle im Wortsinne nur noch Staubwolken bei ihrer Jagd von Sieg zu Sieg. Zuerst kam der unglaubliche 037 mit Heckantrieb, der - entgegen aller Vorhersagen - alle 4X4 hinter sich ließ. 

Hinter dem Steuer saßen Fahrer wie Walter Röhrl, Markku Alén und Attilio Bettega. Im Jahr 1985 ging dann der Nachfolger, der Delta S4 an den Start. Mehr als 500 PS, ein kombiniertes Super-/Turbolader-System, integrierte Traktion und ein Motorgeräusch, das direkt aus der Hölle zu kommen schien. Dann verunglückten am 2. Mai 1986 Henri Toivonen, der zu diesem Zeitpunkt die Fahrerwertung der WM anführte, und sein US-amerikanischer Beifahrer Sergio Cresto bei der Rallye Korsika tödlich. Stunden später verkündete die FISA das Ende der immer umstritteneren Gruppe B der Rallye-Weltmeisterschaft zum Saisonende.

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Photo credits: Rosario Liberti (Petrolicious)

Das Martini Racing Team und Lancia entschieden, in der Kategorie A zu starten. Der neue Delta holte sich von 1987 bis 1992 ununterbrochen sämtliche Titel und ließ die Gegner reihenweise hilflos zurück. Am Steuer saß Miki Biasion. 
Viele Siege von Lancia-Martini Racing waren mit der Marke Pirelli verbunden: Der P Zero, heute Name der führenden Pirelli Produktfamilie, wurde für den Delta S4 entwickelt.

Doch selbst die größten Romanzen können enden. Lancia zog sich aus dem Rennsport zurück und Martini Racing musste neue Wege gehen. Sie taten dies mit Ford und konnten sowohl in der italienischen Rallye-Serie als auch in der Rallye-Weltmeisterschaft Erfolge verbuchen. Weil man sein erste Liebe aber nie vergisst, kehrte die Martini Lackierung mit dem Alfa Romeo 155 GTA von Nicola Larini und Alessandro Nannini auf die Strecke zurück. 

Damals zogen diese Wettbewerbe eine große Fangemeinde an und Larinis Sieg in der Italienischen Tourenwagen-Meisterschaft überzeugte die Marke, ihr Debüt in der DTM zu geben: Dort aber konnte sie gegen die überwältigende Präsenz der deutschen Autos wenig ausrichten. 

Im Jahr 2006 erschien das bekannte Logo dann auf dem Ferrari in der Formel 1 und gewann mit Fernando Alonso einen weiteren Titel.

Noch heute findet sich die rot-blaue Lackierung auf der Strecke der globalen Prototypenserie, auf der Flanke der F1-Autos von Williams und natürlich wieder in Partnerschaft mit Pirelli. Bereit für weitere 50 Jahre voller Leidenschaft für den Motorsport.

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