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Willkommen im Zeitalter
der "Cobots"

Am Arbeitsplatz der Zukunft werden Roboter die Partner und nicht die Rivalen der Menschen sein, schreibt Joji Sakurai

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der "Cobots"

Am Flughafen Tokyo Narita heben Gepäckabfertiger Koffer von Güterwagen auf Förderbänder. Wenn Sie sich diese vertraute Szene genauer ansehen, so können Sie einen Blick in die Zukunft der Arbeit werfen: Um ihre Taille haben die Arbeiter sich robotergestützte Exoskelette gewickelt, die das schwere Heben unterstützen.

Dabei handelt es sich um eine von mehreren Technologien, die Menschen und Maschinen zusammenführen, um in Fabriken, auf Baustellen, in der Katastrophenhilfe sowie bei anderen Gelegenheiten den menschlichen Fähigkeiten bionische Kraft und Ausdauer zu verleihen.

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Das von der japanischen Technologiefirma Cyberdyne entwickelte HAL-Exoskelett interpretiert die Absicht eines Menschen, indem es bioelektrische Signale erkennt, die zur Haut aufsteigen, wenn das Gehirn die Muskeln anweist, sich zu bewegen. Auf diese Weise kann das Gerät synchron mit dem Körper des Benutzers arbeiten. Geht der Arbeiter in die Hocke, tut es die Roboter-Hüfte ihm gleich. Wenn der Arbeiter etwas anhebt, tritt der Cyborg unterstützend in Aktion, um den Hebevorgang auszuführen.

Inmitten der Angst vor Robotern, die menschliche Arbeit überflüssig machen, ist HAL ein Beispiel für eine vielversprechendere Realität: eine Welt von "Cobots", in der Roboter und Menschen sich ergänzen und nicht konkurrieren. Es ist eine Welt der kreativen Synergien, in der die Qualitäten der Roboter wie Leistung, Geschwindigkeit, Datenverarbeitung und extreme Präzision die menschlichen Fähigkeiten Innovation, Urteilsvermögen, Intuition und Spontaneität verbessern (und von Routineaufgaben befreien).

Dieses neue Modell der "kobotischen" Zusammenarbeit verändert bereits die Industrien, von der Automobilherstellung bis zum Obstanbau.

Cobot-Kooperationen

In der Automobilindustrie setzt BMW Roboter der US-Firma Universal Robots in Werken in Amerika und Deutschland ein, um die Produktivität und Präzision am Fließband zu optimieren. Die digital vernetzten Roboter sind stark genug für kraftraubende Aufgaben und wendig genug, um dem Menschen aus dem Weg zu gehen, so dass die sich auf anspruchsvollere kognitive Aufgaben konzentrieren können.

Mercedes-Benz sorgte vor drei Jahren für Aufsehen, als der Automobilhersteller in seinen Fabriken Roboter durch Menschen ersetzte. "Mercedes entlässt Roboter in der Produktionslinie", lautete die Schlagzeile von Bloomberg. Doch der Sinn der Übung bestand laut eines Kommentars im Harvard Business Review (HBR) nicht darin, Roboter zu degradieren, sondern durch den Einsatz kleinerer, agilerer Maschinen aufzurüsten, die menschliche Interaktion erforderten, um ihren Wert zu maximieren. Die Initiative ermöglichte es Mercedes, „einen noch nie dagewesenen Grad an Individualisierung" zu erreichen, da die Kunden zunehmend eine stärkere Individualisierung ihrer Luxusautos verlangen.

„Die Automobilherstellung ist traditioneller Weise ein starrer Prozess mit automatisierten Schritten, ausgeführt von dummen" Robotern", schrieben H. James Wilson und Paul Daugherty, Co-Autoren von Mensch + Maschine: Neudenken der Arbeit im Zeitalter Künstlicher Intelligenz in der HBR. „Um die Flexibilität zu erhöhen, hat Mercedes einige dieser Roboter durch KI-fähige Roboter ersetzt und seine Prozesse um die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine erweitert."

In der Vergangenheit arbeiteten Maschinen und Menschen in getrennten Bereichen, die durch Schutzzäune voneinander getrennt waren. Jetzt verwandelt die Künstliche Intelligenz (KI) Fertigungsroboter von geistlosen, potenziell tödlichen Industriemaschinen in intelligente Partner, die von menschlichen Entscheidungen geprägt und gesteuert werden können.

Das Industrielle-Internet-der-Dinge (IIoT) ermöglicht es sensorgesteuerten Robotern, in einem fein abgestimmten digitalen Ballett um die menschlichen Kollegen zu gleiten, ohne dass Schutzzäune erforderlich sind. Sensoren erkennen das Risiko einer Kollision, wodurch der Roboter seinen Weg ändert, verlangsamt oder stoppt. Dies geschieht mit dem gleichen Ansatz wie in autonomen Fahrzeugen.

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Mehr (nicht weniger) Arbeitsplätze für Menschen

Das Konzept Roboter ODER Menschen wird zu einer veralteten Alternative. Das Cobot-Modell erzielt Durchbrüche bei Innovation, Produktivität und Kosteneinsparungen: Während der Untersuchungen von 1.500 Unternehmen fanden die Autoren Wilson und Daugherty heraus, dass „Unternehmen die bedeutendsten Leistungssteigerungen erzielen, wenn Mensch und Maschine zusammenarbeiten".

In seinem Bericht Die Zukunft der Berufe prognostizierte das Weltwirtschaftsforum im vergangenen Jahr, dass die Automatisierung bis 2022 zwar 75 Millionen Arbeitsplätze verdrängen wird, aber zugleich auch 133 Millionen neue Arbeitsplätze schafft, was einem Nettogewinn von 58 Millionen entspricht.

Der Aufstieg der Roboter erzeugt einen erheblichen neuen Bedarf an Berufen wie Datenanalysten, Spezialisten für Maschinelles Lernen und Betriebsleitern, um intelligente Maschinen zu führen und die Sicherheit der Zusammenarbeit zwischen Mensch und Roboter zu gewährleisten. Weil der Anteil älterer Menschen an der Bevölkerung in den entwickelten Länder immer größer wird, werden Roboter den Menschen helfen, länger zu arbeiten, indem sie ihre körperliche Belastung verringern - eine weitere Möglichkeit, wie Roboter helfen können, den Arbeitskräftemangel zu beheben.

Pirelli verwendet seit mehr als 20 Jahren Roboter in seiner Produktion und hat erkannt, wie sich die Beziehung zu Maschinen entwickelt hat. Heute liegt der Schwerpunkt des Unternehmens auf der Einführung digitaler Technologien, um genauere Informationen zu liefern und das Managen von Fabriken zu erleichtern. In Zusammenarbeit mit der Polytechnischen Universität Mailand wurde ein Kontrollturm für die Fabrikhalle optimiert, der die riesigen Datenmengen von Hunderten von Maschinen verarbeiten kann.

Von der Industrie bis zur Landwirtschaft

Die Partnerschaft zwischen Roboter und Mensch hält auch in der Landwirtschaft Einzug. Die Washington State University entwickelte eine Ernteplattform, die eine Mensch-Roboter-Schnittstelle verwendet. Sie ermöglicht es dem menschlichen Bediener, die Roboterhand zu jeder Frucht zu führen, die sie verpasst hat. Eine japanische Universität entwickelte einen Erdbeerpflück-Roboter, der mit Hilfe der KI-Bilderkennung die saftigsten Früchte auswählt. Mit Hilfe von Robotern können Landwirte ihre Energien auf das Entwickeln feinster Produkte konzentrieren und gleichzeitig eine präzise Qualitätskontrolle durchführen.

Es deuten also viele Zeichen auf den Beginn einer schönen (und fruchtbaren) Freundschaft zwischen Robotern und Menschen hin.

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