„Die Reise des Lebens“ – so nennen viele den Wild Atlantic Way, wenn sie nach Informationen über die 2.500 Kilometer lange Küstenstraße suchen, die sich an Irlands Westküste entlangzieht. Wer von Kinsale nach Malin Head fährt, erlebt auf der Insel, was anderswo selten ist: Klippen, Abteien, mittelalterliche Burgen, malerische Orte, Nationalparks und grüne Landschaften, von denen man den Blick kaum abwenden kann. Am besten entdeckt man diese legendäre Route, indem man selbst fährt und Irland Kilometer für Kilometer in seiner ganzen Schönheit erlebt.
Der Wild Atlantic Way lässt sich von Süden oder Norden aus erkunden. Wer das Meer stets an seiner Seite wissen will – ideal für Pausen oder Fotos –, sollte in der Grafschaft Cork beginnen.
Wer in Kinsale startet, kann einen der spektakulärsten Punkte der Route besuchen: den Old Head of Kinsale. Diese riesige Landzunge ragt mit ihren hohen Klippen hundert Meter über den Atlantik. Sobald die Reise beginnt, führen markante Bronzeschilder die Reisenden. Sie kennzeichnen die „Discovery Points“. Es gibt mehr als 180 davon. Sie zeigen Autofahrern Landschaften von größter natürlicher Schönheit. Unter ihnen ragen 15 „Signature Discovery Points“ hervor. Sie gelten als die Ikonen des Wild Atlantic Way. Wer auf dieser Route fährt, sollte diese Etappen unbedingt sehen. Weiter nördlich lassen wir den bereits erwähnten Signature Point Old Head of Kinsale hinter uns. Dann erreichen wir Skellig Michael, eine Insel, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört.
Hier bauten christliche Mönche im 6. und 7. Jahrhundert ein Kloster aus bienenkorbartigen Steinhütten. Sie trotzten der Abgeschiedenheit und den Stürmen des Atlantiks. Der Ort strahlt Mystik aus und diente – wenig überraschend – als Kulisse für Blockbuster wie *Star Wars: Das Erwachen der Macht*. Auf dem Weg nach County Clare ragen die Cliffs of Moher empor: Sandstein- und Schieferriesen, die bis zu 214 Meter über den Atlantik aufsteigen und Schauplatz alter Legenden wie der der Hexe Mal sind. In dieser Region spricht man noch immer Gälisch – ein lebendiges Zeugnis von Irlands tiefer Verbundenheit mit seinen Traditionen und seiner Geschichte.
In der Region Kerry, auf den Halbinseln von Dingle, Iveragh und Beara, entfaltet sich die Landschaft, die Irland weltberühmt gemacht hat: smaragdgrüne Wiesen, die am Horizont ins tiefe Blau des Ozeans tauchen. Wer wenig Zeit hat, kann ausgewählte Abschnitte des Wild Atlantic Way erkunden. Besonders beliebt ist hier der Ring of Kerry, eine rund 180 Kilometer lange, kurvenreiche Strecke von Killarney nach Kenmare. Sie fordert präzises Fahren und belohnt mit endlosen Ausblicken auf den Ozean, grüne Hügel und weiße Sandbuchten. Im Norden, in den Grafschaften Donegal und Sligo, sind die Straßen weniger überlaufen. Sie führen durch einsamere, wildere Landschaften und verlangen fahrerisches Können. Eine Fahrt durch die Northern Headlands lohnt sich, beginnend bei den imposanten Slieve League-Klippen, die mit 601 Metern zu den höchsten Meeresklippen Europas zählen.
Nach etwa 30 Kilometern erreichen Sie den Silver Strand Beach, einen fast abgeschiedenen Ort mit feinen Sanddünen. Unterwegs lohnt sich ein Halt im Glenveagh-Nationalpark: Hier erleben Sie die Vielfalt der irischen Pflanzen- und Tierwelt und tauchen im eindrucksvollen Glenveagh Castle in die mittelalterliche Vergangenheit ein. Der Wild Atlantic Way hält einen Rekord: Mit seiner Länge gilt er als längste definierte touristische Küstenstraße der Welt. Autofahrer lieben seine Kurven, Anstiege, Abfahrten und abgelegenen, unbefestigten Straßen. Reisende fasziniert er, weil er die wahre Seele Irlands offenbart – hier prägt die Natur nicht nur die Landschaft, sondern auch den Geist der Menschen. Jede Etappe verbindet Natur und Kultur: Wer eines der vielen Pubs entlang der Strecke betritt, entdeckt die Markenzeichen der irischen Kultur – von traditioneller Musik und Gesprächen bis zu lokalen Speisen. Dies ist keine Straße, die man nur befährt, um ein Ziel zu erreichen; man fährt sie aus purer Entdeckerlust. Sie verlangt Geduld und Respekt, besonders gegenüber den Elementen: Irland ist bekannt dafür, dass man hier an einem Tag alle vier Jahreszeiten erlebt. Was wie ein einfacher Roadtrip beginnt, wird so zu einer unvergesslichen Reise.