Die neue F1-Reifengeneration von Pirelli ist nicht mit den Pneus der vergangenen Saison zu vergleichen. Sowohl die Slicks als auch die Intermediates und die Regenreifen erhielten neue Strukturen. Außerdem sind die Gummimischungen weicher, die Reifen dadurch schneller. Ein Beispiel: Das Gummi des harten P Zero Orange Slick ist etwa so weich wie das des Medium P Zero White aus dem Jahr 2012.

Mit dieser Weiterentwicklung erfüllten die Ingenieure von Pirelli die Wünsche der Teams und der FIA, dem Motorsport Weltverband. Denn beide hatten sich dafür ausgesprochen, dass die Reifen die Spannung während der Rennen noch mehr unterstützen sollen.

Allerdings führt das weichere Gummi auch zu einem schnelleren Verschleiß der Pneus. Wie sich dieser Effekt genau auswirken würde, war nach den Tests vor dem ersten Rennen in Australien noch nicht zu erkennen. Denn die Temperaturen in Jerez und Barcelona waren nicht annähernd hoch genug, um die Slicks auf Betriebstemperatur zu bekommen.

Zum Großen Preis von Australien am 17. März reisten somit alle Beteiligten mit vielen Fragen im Gepäck. Und tatsächlich wurden nach dem Rennen kritische Stimmen laut. So kamen Zweifel auf, ob den Reifen nicht zu viel Bedeutung zugemessen wurde.

Doch schon ein Wochenende später glätteten sich die Wogen. Nach dem Großen Preis von Malaysia, einem hochspannenden Rennen, standen vor allem die Leistungen der Fahrer im Vordergrund der berichterstattungen und Kommentare.

Paul Hembery, Direktor Motorsport bei Pirelli, will sich genug Zeit für eine genaue Analyse nehmen: „Es sind erst zwei Rennen gefahren, und wir müssen uns die Situation nach Bahrain richtig anschauen und analysieren. Das machen wir jedes Jahr so: Zunächst die ersten vier Rennen abwarten, um dann zu sehen, was man verändern kann.“

Die noch junge Formel 1-Saison 2013 bleibt also weiterhin spannend.