Kuala Lumpur (Malaysia), 7. April 2011 – In Malaysia stellt sich die Frage ob es regnen wird nicht, sondern nur wann. Heute folgte auf die Tageshöchsttemperatur von über 35 Grad sintflutartiger Regen. Diese Bedingungen werden auch den Rest des Rennwochenendes begleiten.

Deshalb ist es mehr als wahrscheinlich, dass die Intermediates und die Regenreifen von Pirelli auf dem Sepang Circuit in Malaysia, der 1999 eröffnet wurde, ihr Wettkampf-Debut geben werden.

Morgen werden die Teams zudem erstmals den Prototyp einer neuen harten Mischung testen. Die Teams erhalten für die beiden freien Trainings am Freitag je zwei Sätze dieser Slicks, um bei den anspruchsvollen Rahmenbedingungen in Malaysia Informationen zu sammeln.

Die restliche Reifenverteilung während des Wochenendes wird davon nicht beeinflusst.

 

Die Reifen:

Für den Grand Prix in Malaysia wurden Slicks mit harter und softer Mischung als primärer und optionaler Reifen ausgewählt. Das entspricht der Reifenwahl, die für den Saisonstart in Australien gewählt wurde. Da es in Malaysia zumeist viel regnet, werden zudem mit hoher Wahrscheinlichkeit auch die Intermediates und die Regenreifen im Mittelpunkt stehen.

Der Intermediate-Reifen, gekennzeichnet durch hellblaue Schrift, hat ein Profil, dass sich durch flache Rillen auf der gesamten Oberfläche des Reifens auszeichnet.

Der Regenreifen mit dem Orange-farbenen Logo hat ein asymmetrisches Profildesign. Die Struktur der Profilblöcke ist am äußeren Rand der Reifen dichter, während ein mittlerer tiefer Kanal sowie zwei kleinere Kanäle im Profil helfen, das Wasser wirksam zu verdrängen.

Die Menge des verdrängten Wassers variiert je nach Tiefe der Rillen. Die Rillen beim Intermediate sind drei Millimeter tief. Das bedeutet, sie werden mit einem Wasserstand von zwei Millimetern auf der Strecke fertig. Bei höheren Wasserständen ist der Regenreifen gefragt.

Für die Teams wird es in Malaysia darauf ankommen, zum richtigen Moment vom Intermediate auf den Regenreifen – oder zurück-  zu wechseln, um schneller zu sein als die Konkurrenz. Das Treffen des optimalen Kreuzungspunktes ist von immenser strategischer Wichtigkeit und wird  der Schlüssel zum Erfolg sein.

Der Regenreifen hat eine Profiltiefe von fünf Millimetern und meistert bis zu fünf Millimeter Wasserhöhe auf der Strecke, bevor das Aquaplaning beginnt. Ein Regenreifen von Pirelli verdrängt bei 300 km/h bis zu 60 Liter Wasser pro Sekunde. Das bedeutet, ein Formel 1 Wagen verdrängt bei Höchstgeschwindigkeit bis zu 240 Liter Wasser pro Sekunde.

Im Gegenzug dazu verdrängt der Intermediate Reifen 20 Liter Wasser pro Sekunde, während ein normaler Pkw lediglich zehn Liter pro Sekunde schafft – allerdings bei viel geringeren Geschwindigkeiten.

Die Strecke:

Malaysia bietet einen starken Kontrast zum ersten Großen Preis des Jahres in Australien. Hier treffen die Teams auf heißes und feuchtes Wetter sowie auf einen sehr viel aggressiveren Asphalt. Das sollte zu drei oder vier Boxenstopps während des Rennens führen.

Der Sepang Circuit ist 5,543 Kilometer lang. Bei 56 zu fahrenden Runden beträgt die Renndistanz 310,408 Kilometer. Der Kurs ist bekannt dafür, die Reifen stark zu beanspruchen. Das wird schon beim ersten scharfen Bremsmanöver in Kurve eins deutlich.

Die zweite Kurve ist sogar noch härter: Die Unebenheiten des Belags und die harte Federung der Wagen führen oft dazu, dass die Mitte des Reifens abhebt. Das bedeutet: Der äußere Rand des Reifen muss die ganze Belastung tragen.

Nach dem wendungsreichen Eröffnungsabschnitt folgt eine lange Rechtskurve, die mit 250 km/h durchfahren wird. Das kann zum Untersteuern führen und zwingt die Fahrer, gegenzulenken. Der linke Vorderreifen, der hier die ganze Arbeit leisten muss, ist einer vertikalen Last von 830 Kilogramm ausgesetzt.

Neben den beiden Hauptgeraden, die auf ungewöhnliche Weise durch eine Haarnadelkurve getrennt sind, gibt es noch eine Folge schneller Kurven, die dem Boliden und den Reifen eine Querbelastung von mehr als 3 G aufbürden. Die Temperatur des linken Hinterreifens steigt beim Beschleunigen aus den Kurven schrittweise auf bis zu 150 Grad an der Innenseite. Die berühmte Haarnadelkurve zwischen den zwei Geraden ist nicht nur kritisch, sondern ein Schlüsselbereich mit hohem Stressfaktor für die Reifen, da hier zeitgleich gebremst, gedreht und beschleunigt wird.

Dazu Pirellis Motorsport Direktor paul hembery

„In Australien lief es gut für uns. Aber das hier wird ein völlig anderes Rennen. Das einzige, auf das man sich hier verlassen kann, ist der heftige Regen am Nachmittag. Deshalb glauben wir, dass unsere Regenreifen hier eine wichtige Rolle spielen werden. Wenn es trocken ist, erwarten wir, dass unsere harten Slicks gut zu den Bedingungen passen, da die durchschnittlichen Temperaturen höher sein werden als in Australien. Wegen des aggressiven Belags, den wir hier in Malaysia haben, sowie dem heißen Wetter erwarten wir mehr Boxenstopps: etwa drei oder gar vier, wenn die Teams auf Regenreifen wechseln müssen, was mehr als wahrscheinlich ist. Während der freien Trainings am Freitag haben die Teams die Chance, eine neue harte Mischung auszuprobieren. Dieser Reifen steht für eine neue Philosophie bei der Mischung. Wir sind auf die Reaktion der Teams gespannt. Generell gesagt ist es ein langlebigerer Reifen. Aber wir müssen aufpassen, hier nicht zu konservativ zu werden: Der Schwerpunkt liegt immer noch auf der Unterhaltung und darauf, den Zuschauern eine großartige Show zu bieten.”

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