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Sicherheit im Winter: So fahren sie auf Eis

Eis ist die gefährlichste Komponente für das Fahren im Winter. Aber mit den richtigen Ratschlägen und geeigneten Reifen können Sie die Risiken minimieren. Hier die Tipps des Rallyefahrers Paolo Andreucci

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Sicherheit im Winter: So fahren sie auf Eis

Das Folgende mag paradox klingen, aber Paolo Andreucci, der sich mit dem Fahren auf jedem Terrain bestens auskennt, bestätigt es: Manchmal ist es einfacher, auf Eis Grip zu finden als auf Schnee. Allerdings nur mit den richtigen Reifen. In den nordischen Ländern bleibt die Temperatur fast den ganzen Winter über unter null Grad Celsius, und Eis auf den Straßen ist ein ständiger Faktor. Dort können Spikereifen helfen, den nötigen Grip zu finden, um mit maximaler Sicherheit zu fahren. „Problematisch wird es eher, sobald sich eine Schneeschicht zwischen die Spikes und das Eis schiebt, denn dann können die Reifen nicht mehr greifen", erläutert Paolo Andreucci, der elfmalige italienische Rallye-Meister. Andreucci ist ein Profi-Rennfahrer, der früher auch professionell Ski fuhr, daher ist er mit den Auswirkungen von Metall auf eisigen Oberflächen mehr als vertraut. Sei es das Metall in den Kanten seiner Skier oder die Spikes in den Reifen seines Autos.

„Zunächst muss man genau wissen, womit man es zu tun hat. So wie es verschiedene Straßenarten gibt, gibt es auch verschiedene Arten von Schnee und Eis, und der Grad der Reibung kann sich radikal ändern", erklärt der Italiener und fügt hinzu: „Auf Eis können aber nur Spikes Reibung erzeugen. Dabei hängt das Grip-Niveau von der Form und den Abmessungen der Spikes selbst ab." In jedem Fall - und das versteht sich von selbst - ist das Grip-Level während der Fahrt auf einem typischen Winterbelag jenem während einer Fahrt auf trockenem Asphalt weit unterlegen. Wie sollten Sie also damit umgehen?

VORSICHTIG FAHREN

„Es ist wichtig, sanft und behutsam zu fahren, unabhängig davon, ob Sie beschleunigen oder bremsen. Sie sollten die Lenkung und die Pedale leicht einsetzen", sagt Andreucci. Weil man sich nur auf ein sehr geringes Maß an Grip verlassen kann, sollte man versuchen, das Drehmoment so weit wie möglich zu reduzieren, sowohl bezüglich der Leistung des Automotors als auch hinsichtlich der Kraft, die von den Bremsen und dem Lenkrad erzeugt wird. Wenn Sie wissen wollen, wie wichtig es ist, es beim Fahren auf Eis ruhig angehen zu lassen, versuchen Sie einfach, auf einer vereisten Fläche zu gehen. Das Gehen wird Ihnen keine Probleme bereiten, wenn Sie nur vorsichtig einen Fuß vor den anderen setzen. Doch wenn Sie anfangen zu laufen, wird es für Ihre Fußsohlen fast unmöglich, den nötigen Halt zu finden, um die von Ihren Beinen kommende Kraft zu übertragen. Genauso verhält es sich, wenn Sie stehen bleiben wollen: Ihre Schritte zu verlangsamen, bis Sie zum Stehen kommen, ist kein Problem, aber wenn Sie versuchen, sofort zu stoppen, werden Sie letztlich ausrutschen.

VORAUSSCHAUEND SEIN

Wie jeder Skifahrer nur zu gut weiß, ist ein plötzlicher Wechsel des Untergrunds voller Risiken: Wer von weichem Schnee auf eine Eisfläche wechselt, ohne die richtige Kraft auf die Skikanten auszuüben, stürzt garantiert. Deshalb sollte man bei der Fahrt auf der Piste stets einen Blick vorauswerfen, um zu wissen, mit welcher Art von Untergrund man es demnächst zu tun hat. Auf den Straßen des europäischen Kontinents kann der zwischen Tag und Nacht stattfindende Temperaturwechsel leicht dort zu Eisflächen führen, wo vorher Schnee lag: Tagsüber wird die Oberfläche des Schnees weicher, Wasser sammelt sich und gefriert in der Nacht zu Eis. Abhängig von der Wärme der Sonne schmilzt das Eis am Morgen wieder zu Wasser. Auf der Straße kann nun beispielsweise ein schattiges Fleckchen versteckte Gefahren bergen: Sowohl aufgrund der zusätzlichen Kälte als auch, weil es schwieriger ist, die Oberfläche richtig einzusehen. Folglich ist es beim Fahren unglaublich wichtig, nach vorne zu schauen, um zu sehen, ob Sie durch schattige Bereiche fahren werden: Falls ja, ist es besser, bereits im Voraus langsamer zu fahren, um auf alles vorbereitet zu sein. Um auf das anfängliche Paradoxon zurückzukommen: Das Fahren unter den in Nordeuropa typischen Bedingungen kann tatsächlich einfacher und sicherer sein.

VERTRAUEN SIE AUF IHRE BREMSEN (WENN SIE ABS HABEN)

Unabhängig von der Art der Oberfläche, mit der Sie konfrontiert werden, hat Paolo Andreucci einige Ratschläge für den Umgang mit winterlichen Fahrbedingungen, bei denen Eis ein potenzielles Risiko darstellt. „Bremsen Sie immer vor einer Kurve und nicht, während Sie das Manöver ausführen. Beim Abbiegen ist es besser, so früh wie möglich abzubremsen und erst am Kurvenausgang wieder zu beschleunigen: Wenn die Reifen im mittleren Teil der Kurve die Haftung verlieren, kann das sehr gefährlich sein. Wenn Sie die Bodenhaftung verlieren, sollten Sie sofort bremsen, solange Ihr Auto ABS hat: Dann können Sie auch mitten in der Kurve scharf bremsen, weil die Elektronik Ihres Bremssystems erkennt, wie in Abhängigkeit von der Bodenhaftung der Räder richtig gebremst werden muss." Wenn hingegen viel Schnee auf dem Boden liegt, sollten Sie auf die "Spuren" achten, die durch die Bewegungen anderer Autos entstehen: „Vor allem auf weniger gut befahrenen Straßen, auf denen mehr Schnee liegt, können diese Spuren die Lenkung beeinträchtigen: Wenn sie das tun, ist das Wichtigste, nicht in Panik zu geraten. Vielmehr sollten Sie das Tempo drosseln, bis das Auto seine Stabilität wiedererlangt hat."

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