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Vizzola Ticino: Die Referenzstrecke für Nassprüfungen

Pirelli und führende Automobilhersteller entwickeln im Versuchszentrum die Produkte von morgen. Das Zentrum hat sich auf nasse Fahrbahnen spezialisiert und blickt auf eine lange Geschichte zurück. Hier testen und optimieren Ingenieure neue Technologien für Reifen und Fahrzeuge

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Von der Flugzeuglandebahn zum Pirelli Testgelände

Der Vizzola Proving Ground entstand Ende der 1960er Jahre. Ursprünglich nutzte ein Luftfahrtunternehmen das Gelände als Hauptstartbahn. Es bestand aus einer 1 km langen Geraden für instrumentelle Flugzeugtests. Doch mit dem Fortschritt der Luftfahrttechnik genügte die Anlage nicht mehr den Anforderungen. Pirelli ergriff die Chance, das Gelände zu kaufen und seine Outdoor-Testmöglichkeiten auszubauen. Zwischen 1969 und 1970 stellte das Unternehmen die Nutzung auf Automobiltests um. Heute erstreckt sich die Anlage über 266.000 Quadratmeter. Ihre Nähe zum Flughafen Malpensa am Rand von Mailand macht sie logistisch besonders attraktiv.

Die reale Oberflächensättigung als entscheidender Faktor

Mit 2.850 Metern Länge bietet Vizzola die größte Nassfahrbahn Europas. „Sie ist das Kompetenzzentrum für Tests bei Regen“, sagt Alessandro Pileri, der die Anlage leitet. Er ergänzt: „Diese Spezialisierung macht sie zum Maßstab für führende Automobilhersteller. Sie wählen Vizzola, selbst wenn sie eigene Rennstrecken oder näher gelegene Testgelände haben. “ Das Erfolgsgeheimnis liegt in der Oberflächensättigung. Während andere Strecken nur einen gleichmäßigen Wasserfilm erzeugen, simuliert Vizzola die realen Bedingungen einer regennassen Straße. Pileri erklärt: „Unsere Sättigung liefert das realistischste Feedback für öffentliche Straßen. Deshalb testen Hersteller hier. “ Diese Präzision bei der Nachbildung physikalischer Bedingungen erlaubt es, Reifen unter realitätsnahen Alltagsbedingungen zu prüfen.

Technische Zusammenarbeit und Ausgewogenheit der Werte

In Vizzola entwickeln Ingenieure und Testfahrer von Pirelli gemeinsam mit dem beteiligten Fahrzeughersteller neue Reifen. Sie prüfen Handling, Bremsverhalten bei Nässe, Geräuschpegel innen und außen sowie die Aquaplaning-Resistenz. Ziel ist es, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen oft widersprüchlichen Anforderungen zu erreichen. Pileri sagt: „Am Ende müssen wir die beste Balance finden, um sowohl den Ansprüchen der Hersteller als auch der Autofahrer zu genügen. “ Dafür passen wir das Produkt an spezifische Vorgaben an – etwa wenn ein Hersteller Komfort und Eleganz höher bewertet als reine Nässe-Performance.

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