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F1 reloaded: fünf gute Gründe, es nicht zu verpassen

Endlich kommt die Formel 1 wieder in Fahrt. Hier sind fünf gute Gründe, zu Hause - oder bei Freunden - auf dem Sofa Platz zu nehmen, um zu sehen, wie die besten Autos der Welt am Freitag, dem 3. Juli, auf die Strecke zurückkehren. Nur zwei Tage später findet das erste Rennen statt. Der Countdown läuft…

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F1 reloaded: fünf gute Gründe, es nicht zu verpassen

1. Zum ersten Mal seit mehr als sieben Monaten, seit dem Großen Preis von Abu Dhabi 2019, springen die Startampeln wieder auf Grün. Man muss bis in den Winter zwischen 1950 und 1951 zurückgehen, bis man auf eine ähnlich lange Pause zwischen zwei Saisons stößt: Jene Pause lag zwischen den ersten beiden Meisterschaften in der Geschichte dieser Rennserie. Damals bestand die Formel 1 aus sechs bis acht Rennen pro Jahr, die fast ausschließlich in Europa ausgetragen wurden. Daher lag normalerweise ein großer zeitlicher Abstand zwischen den Saisons. Doch weil Abwesenheit das Herz höherschlagen lässt, wächst mit Sicherheit die Vorfreude auf die ersten beiden Rennen in Österreich Anfang Juli.

2. Die sehr kurze Weltmeisterschaft vor 70 Jahren, die tatsächlich nur einen Sommer dauerte, unterscheidet sich völlig von der heutigen Veranstaltung. Der "Grand-Prix-Zirkus", wie wir ihn kennen, existierte damals noch nicht: Es gab eine feste Fanbasis, eine Handvoll Fahrer, deren Mut heldenhaft war, sowie eine kleine Gruppe von Herstellern. Diese Hersteller nutzten den Rennsport als Forschungs- und Entwicklungsinstrument, um immer schneller zu fahren, die Gesetze der Physik zu beherrschen und zu sehen, wer der Beste war. Zu dieser Zeit waren die Beteiligten gerade erst aus dem Zweiten Weltkrieg zurückgekehrt, und der Lebensschwerpunkt lag darauf, voranzukommen und Fortschritte zu erzielen. Lassen wir COVID-19 einmal außer Acht, so haben wir heute zumeist Saisons, die sich über 21 bis 22 Rennen erstrecken. Der große zeitliche Abstand zwischen Abu Dhabi 2019 und Österreich 2020 war völlig unerwartet. Er könnte mit Leichtigkeit die menschliche und technische Dynamik verändern, an die wir uns gewöhnt haben. Die moderne Formel 1 ist ein ununterbrochener Entwicklungszyklus, der sich über mehrere Saisons erstreckt: Die Teams müssen nicht nur für die laufende Saison planen, sondern auch für die nächste und vielleicht sogar für die übernächste. Doch der übliche Rhythmus existiert nun nicht mehr. Und entgegen dem ursprünglichen Plan wurde auch das Inkrafttreten des neuen Reglements von 2021 auf 2022 verschoben. Das hat zur Folge, dass wir die neuen 18-Zoll-F1-Reifen von Pirelli erst 2022 im Wettbewerb sehen werden. Es wird für keinen der Beteiligten einfach sein, sich in diesem neu ausgerichteten Arbeitsmuster - dem 'neuen Normal', wenn Sie so wollen – zurechtzufinden. Und das könnte zugleich auch faszinierend sein.

3. Alle Teams durchlebten zahlreiche lange Wochen des Lockdowns. Die Fabriken wurden geschlossen, die Motoren abgeschaltet und die Menschen zu Hause in Quarantäne gehalten. Die Fahrer konnten nur Simulatoren nutzen, um in Übung zu bleiben und sich ihr Gefühl für Autos und Rennen zu bewahren. Aber bedeutet das zugleich, dass die Ingenieure ihre Gehirne ausgeschaltet haben? Sie taten es nicht, darauf können Sie wetten. Ihre Computer im Büro waren vielleicht außer Betrieb, und in den Windkanälen oder Produktionsabteilungen passierte nichts. Aber ein Designer denkt genauso wie ein Musiker oder ein Autor: In jedem wachen Moment fließen und kristallisieren sich in ihren Gehirnen Ideen heraus. Diese Gedanken über Koeffizienten oder Luftströmungen könnten bald zu einem neuen Flügel oder einer genialen technischen Lösung für den Motor oder das Getriebe führen. Mit anderen Worten: Die Autos, die wir in Österreich und bei den unmittelbar nachfolgenden Rennen sehen, werden vielleicht nicht genau die gleiche Konfiguration haben wie jene, die wir beim Test in Spanien Ende Februar gesehen haben. Viele Dinge hätten sich ändern können, sogar ziemlich radikal. Es ist ein weiterer brandneuer Reset.

4. In Österreich werden zwei Rennen im Abstand von sieben Tagen ausgetragen. Gleiches wird in Silverstone Anfang August passieren. Vielleicht wird es Anfang Dezember auch zwei Rennen in Bahrain geben, sollten noch weitere Grands Prix nötig sein, um das Minimum von 16 bis 18 Wettkämpfen zu erreichen. Diese Zahl wollen die FIA und die Formel 1 erreichen, um in diesem Jahr eine aussagekräftige Weltmeisterschaft zu garantieren. So etwas hat es in den 70 Jahren der Formel 1 noch nie gegeben. Grand-Prix-Wochenenden verlaufen normalerweise nach einem sehr festen Zeitplan: vier Stunden freies Training zwischen Freitag- und Samstagmorgen, anschließend das Qualifying am Samstagnachmittag vor dem Rennen am Sonntag. Dabei kann das Auto aufgrund des Parc-Fermé-Reglements zwischendurch nicht neu eingestellt werden. Nun wird es ein wenig anders sein, denn die Rennen folgen in schneller Serie. Die kleinste Intuition oder auch nur einige wenige interessante Daten, auf die man in den wenigen Tagen zwischen zwei Rennwochenenden stößt, könnten sich beim nächsten Rennen als entscheidend erweisen. Aus diesem Grund – aber auch aufgrund verschiedener Wetterbedingungen - könnte jedes der beiden Rennen, die auf denselben Rennstrecken ausgetragen werden, sehr unterschiedlich sein. Für die Rennen vier und fünf der diesjährigen Meisterschaft in Silverstone beispielsweise nominierte Pirelli unterschiedliche Reifen. Am ersten Wochenende (2. August) wird die härteste Reifenpalette zur Verfügung stehen mit den Mischungen C1, C2 und C3. Am darauf folgenden Wochenende wird die Nominierung einen Schritt weicher sein: C2, C3 und C4. Silverstone ist aufgrund seiner schnellen Kurven und des hohen Abtriebs eine der drei härtesten Reifenstrecken. Infolgedessen sehen wir dort normalerweise eine recht konservative Reifenwahl mit den härtesten Mischungen C1, C2 und C3. Daher wird der Einsatz der C4 Mischung als dem weichsten verfügbaren Reifen in Silverstone im August eine ziemliche Herausforderung sein. Davor wird sie in Spielberg und in Ungarn eingesetzt, wo die auf die Reifen wirkenden Seitenkräfte und Belastungen viel geringer sind.

5. Und nicht zuletzt die Fahrer. Lewis Hamilton und alle anderen können es kaum erwarten, sich wieder ans Steuer zu setzen - und den Dampf abzulassen, der sich seit jenem schicksalhaften Freitag, dem 13. März, aufgestaut hat, als Covid sie in Melbourne daran hinderte, zum ersten Mal in diesem Jahr auf die Strecke zu rollen. Jeder von ihnen wird versucht haben, aus allem, was er gelernt hat, Kapital zu schlagen, um sich in den drei Monaten des erzwungenen Stopps fit, motiviert und konzentriert zu halten. Die Fahrer sind allesamt Experten in den Bereichen Öffentlichkeitsarbeit, soziale Medien und Marketing; einige taten sich sogar in der Welt des Online-Gaming hervor. Aber in ihrer DNA dreht sich alles um echten Rennsport, den Nervenkitzel, den man nur auf einer Rennstrecke finden kann.

Hier sind wir nun also, genau jetzt. All diese Power steht kurz davor, entfesselt zu werden. Es wird Spaß machen.

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