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Die Formel 1 WM: Ein Ausflug in zehn Länder

Seit ihrem Gründungsjahr 1950 fand die Eröffnung einer Formel 1-Saison in zehn verschiedenen Ländern statt – auch, um ihrem Status als Weltmeisterschaft gerecht zu werden

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Die Formel 1 WM: Ein Ausflug in zehn Länder

2018 läuft die 69. Saison der Formel 1. Logisch, dass es bislang ebenso viele Startrennen gab. Wer sich an die vergangenen Jahre erinnert, könnte meinen, der Saisonauftakt habe stets in Australien stattgefunden, auf den Straßen des Albert Park in Melbourne. Denn in den vergangenen 22 Jahren war dies tatsächlich 20 Mal der Fall.

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Courtesy of Fondazione Pirelli

In den Anfängen war es anders. Seit der Formel 1 Premiere im Jahr 1950 fand das Auftaktrennen einer Saison in zehn verschiedenen Ländern statt. Die Organisatoren wollten auch auf diese Weise dem Status der Rennserie als Weltmeisterschaft Rechnung tragen. 

Diese Debüt-Rennen bilden in der Geschichte der Formel 1 einen Mikrokosmos, der von technischen, sportlichen und auch politischen Einflüssen geprägt wurde. 

In Silverstone startete 1950 die erste Saison der Königsklasse. Damals bestand der britische Track aus sechs Geraden, die durch verschiedene Kurven miteinander verbunden waren. Einige davon sind extrem schnell und werden mit wahrhaftig schwindelerregenden Geschwindigkeiten durchfahren. Der Northamptonshire Circuit hatte 1950 seine ursprüngliche Funktion als Militärflugplatz, die er während des Zweiten Weltkriegs innehatte, endgültig abgeschüttelt. Der Grand Prix symbolisierte die Wiedergeburt eines Großbritanniens, das nach den Schrecken des Krieges endlich wieder seine Leidenschaft für den Rennsport frönen konnte. Unter dem Blick der späteren Königin Elisabeth II. – sie war damals knapp 20 Jahre alt - gewann Nino Farina das Rennen in einem Alfa Romeo. Er sicherte sich am Ende des Jahres auch den ersten Titel. Selbstverständlich auf Pirelli Reifen.

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Courtesy of Fondazione Pirelli

Das Vereinigte Königreich richtete seither mindestens einen Grand Prix pro Saison aus, allerdings nie wieder das Auftaktrennen. 

1951 blickten die Motorsportfans beim Saisonstart tatsächlich in die Schweiz, genauer gesagt nach Bern. Die Eidgenossen waren auch Gastgeber des Eröffnungsrennens zu Beginn der Meisterschaft 1952. Drei Jahrzehnte später verabschiedete sich das Land aus der Formel 1. Dafür maßgeblich war das Verbot, in der Schweiz Rennstrecken zu bauen. Und so wurde der letzte Grand Prix unter Schweizer Flagge 1982 in Dijon, Frankreich, ausgetragen.

1953 begann die Formel-1-Weltmeisterschaft in Argentinien. Der damalige Staatspräsident Juan Domingo Peron hatte seine Anhänger begeistert, weil es ihm gelang, die ultimative Party des Motorsports nach Argentinien zu holen. Denn der Rennsport genießt dort enorme Popularität. Peron selbst hatte Ende der 1940er Jahre einigen argentinischen Fahrern die Reisen nach Europa ermöglicht, um auf diese Weise Argentinien auf die Landkarte des Motorsports zu setzen. Unter ihnen Juan Manuel Fangio, der 1951 Weltmeister wurde und diesen Triumph in den Jahren von 1954 bis 1957 wiederholen konnte. Er begeisterte die Zuschauer auf dem Circuit von Buenos Aires, auf dem bis 1958 die Formel-1-Saison eröffnet wurde.

Buenos Aires war auch Gastgeber des Auftaktrennens von 1960. Gleiches gilt für die Jahre von 1972 bis 1975 und von 1977 bis 1980. Damals startete eine Saison mit der sogenannten südamerikanischen Etappe: Auf das Rennen in Argentinien folgte der Grand Prix von Brasilien. Die Meisterschaft begann damals im Februar, also auf dem Höhepunkt des südamerikanischen Sommers. Es dauerte dann immer einige Wochen, bis die Meisterschaft in Europa oder Südafrika fortgesetzt wurde.

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Courtesy of Fondazione Pirelli

Fünf Mal war der Stadtkurs von Monte-Carlo der Ort des Saisonbeginns: 1959, 1961, 1963, 1964 und 1966. 

Das erste und einzige Auftaktrennen In Holland fand 1962 zwischen den Dünen von Zandvoort statt. Unvergesslich, wie starker Wind die Nordsee entlang der Strecke aufpeitsche.

In Südafrika startet die Formel 1-Saison 1965 am Neujahrstag. Auch in den Jahren von 1967 bis 1971 wurde dort die Saison eröffnet, ebenso 1982, 1992 und 1993. Für die Rennen wurden zwei Tracks genutzt: Zunächst der Circuit von East London, später die Strecke von Kyalami in der Nähe von Johannesburg. 

Kürzlich entwickelte Kyalami übrigens ein Angebot für die Rückkehr in die Formel 1 auf einer neu gestalteten Rennstrecke.

Zwischen 1976 und 1995 eröffnete Brasilien zehn Mal die Meisterschaft. 1976 in Interlagos bei Sao Paulo. Von 1983 bis 1989 war Jacarepagua in den Außenbezirken von Rio de Janeiro der Austragungsort. In den Jahren 1994 und 1995 kehrte die Formel 1 nach Interlagos zurück, allerdings auf jene mittlerweile drastisch verkürzte Strecke, die noch heute als Austragungsort dient.

Auf dem Track von Long Beach in den USA wurde das Eröffnungsrennen der Weltmeisterschaft 1981 ausgetragen. Dorthin würde die Formel 1 gerne zurückkehren. Auch 1990 und 1991 wurden die ersten Punkte in den USA vergeben: einmal mehr auf einem Stadtkurs, diesmal in der sengenden Hitze von Phoenix.

1996 war erstmals Melbourne Gastgeber des Saisonstarts – nachdem wenige Monate zuvor die Saison 1995 auf dem australischen Stadtkurs von Adelaide geendet hatte. 
Seit 1996 hat Melbourne den Saisonauftakt nur zweimal verpasst: 2006 und 2010, als die Teams die Auftaktrennen in Bahrain absolvierten. 

Und so endet die kleine Rundreise zu den insgesamt 14 Rennstrecken in zehn Ländern auf vier Kontinenten (Europa, Amerika, Afrika und Ozeanien), auf denen bislang die Eröffnungsrennen der Formel 1 stattfanden. Nur Asien fehlt noch auf der Liste, aber vielleicht müssen die Fans nicht mehr allzu lange darauf warten.

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